Schwächen können Stärken entfalten

Oft beschäftigt man sich in einer ungünstigen Art und Weise mit den Schwächen… anderer…oder der eigenen.

Du musst mehr lernen.
Du musst Dich besser ernähren.
Ich muss abnehmen.
Reiß Dich zusammen.
Vergiss es.
Du musst mehr arbeiten, um mehr zu verdienen.
Du musst aufmerksamer sein, damit das nicht mehr passiert.

Das stresst. Hoffen doch immer ALLE Beteiligten, dass die Schwäche endlich verschwindet und das Leben leichter wird. Manchmal klappt es. Manchmal nicht. Manchmal nur für eine bestimmte Zeit. Das macht unfrei.
In meiner Arbeit kann ich gut beobachten, dass es zielführender ist, anders mit Schwächen umzugehen…mit denen anderer sowie mit den eigenen. Zunächst mal sollte man sich bewusst Zeit und Energie für das Verstehen nehmen.

Was genau ist im Vergleich die eigene Schwäche?
Wo genau kann ich aufgrund meiner Schwäche im Vergleich zu anderen meine eigenen Ziele nicht erreichen?

Bei körperlichen Krankheiten oder Behinderungen ist es ziemlich schnell klar. Doch bezüglich der eigenen Persönlichkeit, die einem genauso zum Lebensglück im Wege steht, ist das Verstehen schon etwas komplexer.
Wenn man sie verstanden hat, sollte man überlegen,

was man tun kann, damit die Schwächen einem nicht im Wege stehen. Betrifft es die Schwächen anderer kann man überlegen, was man für den anderen tun kann.

Aus diesem Fokus heraus entwickeln sich neue Stärken, von denen alle profitieren. Ich gehe sogar einen Schritt weiter und behaupte, dass sich diese Stärken nicht zeigen würden, würde es nicht die Schwächen geben.
Voraussetzung ist, dass man nicht auf Schwächen….der eigenen oder anderer…negativ reagiert.
Dann wird man plötzlich frei. Ein schönes Gefühl.
Nachfolgend ein Beitrag, der mir das Thema noch einmal mehr und besser verdeutlicht hat:

Als die Schwäche zur Stärke wurde …

Ein Kommentar zur Geschichte in dem Beitrag von Nora Fieling: das Gewinnen des Jungen kann auch für den Gegner eine sehr wichtige Erfahrung gewesen sein. Das ist auch etwas, was ich bisher in meiner Arbeit deutlich sehen konnte. Menschen, die IMMER gewinnen, sind nicht selten unglücklich. Wenn sie dann mal die Erfahrung des Verlierens gemacht haben, sind sie wesentlich entspannter im Leben. Zu diesen Menschen gehöre auch ich. Es hat mir gut getan, als sich mir endlich jemand in Liebe in den Weg gestellt hat. Er war besorgt und das war zu spüren. Er hat nicht negativ auf mich reagiert….mich nicht angegriffen…nicht ausgegrenzt…sondern hat mit mir gestritten. Spannend.

Nachfolgend noch ein Kommentar, der zu meinem Beitrag im Facebook hintelassen wurde….zu schön:

I.C.: ich habe als kind immer gesagt bekommen: „du fängst immer alles an und machst nie etwas fertig!“. aus der art und weise, wie es mir vermittelt wurde, schloss ich, dass dies eine schwäche ist. ich strengte mich viele jahre in meinem leben an, dinge/situationen/ausbildungen etc. zu ende zu bringen, auch wenn es teilweise vermutlich sinnvoller gewesen wäre, etwas abzubrechen oder einzusehen, dass es mich viel zu viel energie kostet. irgendwann – ich war so um die 40 rum – fiel es mir wie schuppen von den augen: ich hatte grad ein projekt gestartet und innert kürzester zeit sehr viele menschen dafür gewonnen. und plötzlich wusste ich: ich muss das projekt nicht durchziehen. ich delegierte es an zwei mir sehr fähig scheinende menschen – und das projekt blühte und wurde erfolgreich zum abschluss geführt. meine vermeintliche schwäche („ich bring nie etwas zu ende“) beinhaltet meine grosse stärke: ich bin gut etwas anzureissen, menschen zu gewinnen für eine idee. die ausführung muss/darf ich anderen überlassen, die das besser können

Claudia Riege

Gemeinschaft ist der Weg

António Guterres (der Vorsitzende – Generalsekretär) der Vereinten Nationen, die sich u.a. für einen Weltfrieden einsetzen, plädiert in seiner Video-Message zum neuen Jahr 2018 für die Gemeinschaft als einen wichtigen Weg .

Das ist sicher ein guter Vorsatz. Doch wie gut lässt er sich in der Praxis leben? Dazu gehört eben auch, nicht Menschen auszugrenzen, die einem nicht gefallen. Die anderen Unrecht antun. Da wird jeder zugeben müssen, dass es für einen im Alltag schwierig wird.

auffällige Schüler
Terroristen
der nervige Nachbar
der Störenfried im Kindergarten
Straftäter
Psychisch Kranke
Suchtkranke

Irgendeinen Unliebsamen wird jeder kennen. Wie geht man mit demjenigen um? Sich alles gefallen lassen? Handeln? Nicht leicht. Dafür zu sorgen, dass auch diese Menschen dazugehören können, ist eine Herausforderung. Wenn man es sich vornimmt, als Gemeinschaft die Zeit nimmt, das Gespräch sucht, so werden sich Wege zeigen.

Claudia Riege

Pläne und Vorsätze für 2018 🧐?

Sie können belastend werden … nämlich dann, wenn es nicht so läuft wie man es sich vorstellt.

Wie viel Schönheit wird überlagert durch all das, was wir glauben erledigen zu müssen! Wie viel von der Zauberkraft unseres Herzens geht zugrunde an all dem Gestampfe, Gerenne, Getrete und Gelaufe in unserem Leben, am Platzbehaupten, Hinterherlaufen, Sich-selber-vorweg-Sein! Wär‘ es nicht möglich, es reifte das, was wir sind, in unserer Tiefe, und wir könnten’s gar nicht erklügeln, nicht beschließen, es wäre nur einfach da?“
Eugen Drewermann

Schnell ist man dann in einem ungünstigen Kreislauf gefangen. Das bedeutet nicht automatisch, dass man keine Pläne mehr haben sollte. Nur…..vielleicht macht es Sinn, sie, die Pläne, bewusst leichter zu nehmen als man das oft tut. Sie als Beginn eines gutes Weges sehen, der sich auch jederzeit verändern kann.

Ich beginne mit einer Idee und dann wird daraus etwas anderes. Pablo Picasso

Ein wichtiges Rüstzeug für eine gelingende Zeit ist die eigene Reaktion in schwierigen Situationen…die plötzlich da sind. Mitmenschlich reagieren. Denn das ist erfüllend und macht glücklich. Sich selber und andere.

Wenn du in deiner Mitte niemand unterjochst und nicht mit Fingern zeigst und nicht übel redest, sondern den Hungrigen dein Herz finden lässt und den Elenden sättigst, dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen, und dein Dunkel wird sein wie der Mittag. Und der Herr wird dich immerdar führen und dich sättigen in der Dürre und dein Gebein stärken. Und du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt.“ (Jes 58, 9-11)

Ich wünsche allen Lesern ein gutes Jahr 2018!

Claudia Riege